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Geschlechtsunterschiede:
Bei der Erkennung der Geschlechter gehe ich folgendermaßen vor: Erst mal natürlich
Literatur sichten. Mit diesen Informationen betrachte ich dann die Fische. Es gibt
erstmal das Merkmal der Männchen mit den Widerhaken an der Afterflosse. Das
sind immer Männchen, weil die diese Haken benötigen um sich bei dem Weibchen
während des Laichgeschäftes festzuhaken. In einem feinmaschigen Netz bleiben
also diese Männchen gerne hängen. Bitte nicht am Fisch ziehen, sondern
das Netz mit Fisch in das Wasser tauchen. Hat sich der Fisch beruhigt. kommt er
von alleine los. Dann gibt es noch den Unterschied der Farbe und Schönheit.
Bei sehr vielen Fischen ist das Männchen schöner oder farbiger gestaltet.
Der nächste Unterschied ist der von den Flossen. Viele Männchen haben
langausgezogene oder spitzzulaufende Rückenflossen und andere veränderte
Flossen gegenüber dem Weibchen (Schmucksalmler, Sichelsalmler, usw.) Vorsicht
ist beim Kirschflecksalmler geboten wenn der Händler beide Arten anbietet.
Das Männchen und Weibchen des Socoloffs-Kirschflecksamlers sieht fast genauso
aus wie das Weibchen des Fahnen-Kirschflecksalmlers. Dann ist auch die Körperfülle
ein gutes Erkennungsmerkmal. Weibchen sind meist größer und fülliger
und Männchen meist kleiner und schlanker. Das kontrolliere aber bitte nicht
nach dem Füttern ;-) Auch mit der Taschenlampe kannst du etwas erkennen. Bei
vielen Salmlerarten kann man mit geschicktem Anleuchten die Schwimmblasenform erkennen.
Mal als Beispiel der Zitronensalmler, wo beim Männchen die Schwimmblase etwas
breiter erscheint und nicht bis zur Aftergegend runter reicht. Ab der Trennungslinie
ist die Keimdrüse. Beim Weibchen ist die Schwimmblase spitziger und reicht
bis zur Aftergegend runter. Diese meisten Informationen über Geschlechtsunterschiede
habe ich aus einem schönen Buch Namens: Geschlechtsunterschiede
der Aquarienfische von Rudolf Zukal und Dr.Stanislav Frank.
Es sind zwar nicht alle Salmler drin, aber man kann aus diesen Informationen Rückschlüsse
ziehen auf andere Salmler. Und wenn gar nichts zutrifft, hilft allemal stetes Beobachten
der Fische. Alleine schon vom Verhalten kann man dann nach gewisser Zeit genau sagen
welcher wer ist. Wer dieses Buch nicht kaufen möchte, soll mich halt anmailen
wenn er Infos braucht.
Laichperiodentabelle:
Diese Informationen beziehe ich aus dem Buch von Pinter und von meinen Erfahrungen.
Wenn ich mal eine HP habe (ist schon in Arbeit) werde ich so eine Tabelle einstellen.
Bis dahin bitte kurzes Mail an mich und Info erfolgt kurzfristig.
Wasserhärte: Die
meisten gängigen Salmler laichen schon bei 10° GH ab. Bis auf die Ausnahmen
die ziemlich weiches, extrem saures oder absolut keimfreies Wasser benötigen.
Es gibt auch Salmler die noch bei 15° GH und darüber ablaichen. Wenn die
Umgebung passt auch bei 30° GH, nur der Laich wird dann nichts. Aber bei 10°
GH kann man bei den meisten beginnen. Diese Informationen kann man auch bei mir
erfahren. Entweder weiß ich wo es steht (kann lesen :-) ) oder habe ich es
durch Züchten herausgefunden. Wobei uch eher dazu neige etwas niedriger als
10° GH zu nehmen. Du kannst auch vom Lebensraum in dem der Fisch vorkommt Rückschlüsse
auf das Zuchtwasser ziehen.
Habe übrigens mit dem Pinterbuch in der Hand die Salmlerzucht begonnen. Ohne
Pinter bist echt aufgeschmissen wenn du die Salmlerzucht beginnen willst. Vielleicht
ging Pinter bei manchen Sachen nicht so sehr ins Detail. Aber das ist ja dann die
Aufgabe von uns Pflegern und Züchtern diese fehlenden Details unter den Aquarianern
public zu machen. So wie es hier in der NG (de.rec.tiere.aquaristik) geschieht.
Es wird ein Laichgitter (aus Plexiglas selber bohren) schräg eingestellt und
zwar so, dass die höhere Seite zum Betrachter zeigt. Die Löcher sollten
ca. 2,5mm Durchmesser haben. Wieviele Löcher hast Du denn pro cm/2 ?
Es sind 4 Löcher pro cm². Wichtig ist, dass so wenig wie möglich
Auflageflächen zwischen den Löchern besteht. Viele Eier haften leicht
und würden dann auf dem Gitter liegen bleiben. Deshalb auch die Löcher
mit einem größeren Bohrer ansenken. Das Zuchtpaar wird in einem separaten
Becken aufbewahrt.
Thema Zuchtpaar - da habe ich hier und da gelesen, dass man nur welche
im bestimmten Alter nehmen sollte (z.B. bei P.innesi) und Du meinst, es ist nicht
schwer, zu erkennen, wer hier nun zusammen balzt?
Es ist immer besser, wenn du jugendliche Fische nimmst. Aber keine die erst
1 oder 2 Monate alt sind. Im Handel sind die Fische meist im richtigen Alter, denn
zu klein verkauft es sich schlecht. Sind die Fische zu jung ist der Laich meist
auch noch nicht lebensfähig. Sind die Fische zu alt, leidet das Weibchen meist
schon unter Laichverhärtung oder der Laich ist nicht mehr lebensfähig.
Ist auch eine reine Erfahrungssache. Hast du Informationen über dein Zuchtpaar
mit 200 oder mehr Eiern und sie werfen partout nicht mehr als 20 Eier und davon
werden nur klägliche 5 Jungfische groß, ist es zwecklos dieses Paar weiter
zu benutzen. Es sei denn dir reicht dieser Erfolg, weil du es nur mal probieren
wolltest oder einen kleine Gruppe in deinem Gesellschaftsaquarium haben möchtest.
Es kommt immer auf den Grund warum jemand züchtet. Da kann auch schon eine
kleine Jungfischgruppe das Erfolgserlebnis sein. Ich habe auch erst knappe 4900
Nachzuchten geschafft, trotz langjähriger Züchterei. Es gibt Jahre, da
will überhaupt nichst klappen. Und sei es nur weil man umgezogen ist, das Leitungswasser
ein anderes, usw.. In Bezug zu P.innesi gilt das natürlich auch. P.innesi ist
aber nicht schwieriger wie der Rotkopfsalmler oder der Königssalmler. Da ist
Cheirodon axelrodi schon anspruchsvoller. Bei diesem ist es außerordentlich
wichtig, dass man nur junge Fische zur Zucht nimmt und die auch in einem sehr weichen
Wasser (eher unter 4° GH) hältert. Sind die jungen Roten Neons zu lange
in einem harten Wasser, ist es mit der Zucht vorbei. Anscheinend soll dann der Laich
nicht mehr lebensfähig sein. Was es genau bewirkt konnte ich bis jetzt nicht
in Erfahrung bringen. Das bedeutet, wenn der Händler die Roten Neons in zu
hartem Wasser hält (was ja meist der Fall ist), wird dein Zuhctversuch zum
Scheitern verurteilt sein. Da wäre es dann gut, Rote Neons bei einem Züchter
zu kaufen. Das Zuchtpaar wird aus einer Gruppe ausgewählt die auch separat
gehalten werden muss. Denn aus einem bepflanzten Aquarium kann man kein Zuchtpaar
herausfangen, das kurz vorher gebalzt hat, ohne den gesamten Fischbestand unter
Stress zu setzen.
Aha, siehste, das war eine wichtige Neuigkeit, über die ich bisher nichts
wusste.
Wenn ein Paar im Gesellschaftsaquarium balzt, du machst die Abdeckung auf und winkst
mal kurz mit dem Netz, ist es schon vorbei. Ist nur ein Paar dieser Art drin, wirst
du sie vielleicht erwischen. Danach musst du dann deine Rodungen wieder berichtigen
die du im Pflanzenwald angerichtet hast. Ich habe festgestellt, dass Fische sehr
intelligent sind. Ein Fisch weiß mit der Zeit dass er gemeint ist, wenn das
Netz im Wasser fuchtelt. Alle anderen Fische ignorieren teilweise das Netz, weil
sie spüren dass sie nicht gemeint sind. Du kannst aus einem separaten Becken
ohne weiteres eine balzendes Paar fangen und umsetzen. Nach einer gewissen Schreckzeit
werden die Fische weitermachen. Auch die entstehenden Planarien immer durch Absaugen
kurz halten.
Da werde ich natürlich hellhörig:-)) Wie entstehen die denn???
Kann ich dir jetzt nicht erklären, wie das passiert. Vielleicht wissen die
Biologen in der NG da eine Antwort darauf. Wenn ich Artemia füttere habe ich
immer nach ein paar Tagen plötzlich Planarien in diesem Aqaurium. Die vertilgen
zwar die abgestorbenen Artemiareste, können aber auch Jungfische die am zu
reglos sind anfallen. Es sind immer die weißlichen oder beigen Planarien die
auftauchen. Ich hatte mal die verrückte Idee, Planarien zu beobachten. Hatte
die in einem bepflanzten Becken wo ich viel Artemia füttern mußte entdeckt.
Es waren sogar schon Exemplare mit 1 cm Länge darunter. Dabei habe ich gesehen,
dass Planarien teilweise auch schwimmend, wie ein Blutegel, kurze Strecken im Aquarium
zurücklegt. Bei einer Fütterung mit Wasserflöhen habe ich dann auch
gesehen welche Räuber das sind. Es haben sich einzelne Planarien schwimmend
träge dahin hüpfende Wasserflöhe genähert. Sie haben sich auf
den Wasserfloh draufgelegt und dann mit einem langen Rüssel eine Öffnung
in den Wasserfloh gesucht. Wo sie genau eindrangen kann ich nicht sagen. Jedenfalls
konnte ich beobachten wie in dem Rüssel die Flüssigkeit des Wasserflohs
pumpartig durchfloß. Nach erfolgreichem Absaugen war der Wasserfloh ziemlich
farblos und tot. Man sollte also die Planarien nicht unterschätzen. Für
Laich oder Jungfische sind sie eine echte Gefahr. Du hast ja auf deiner HP auch
schon deine Erfahrungen mit Planarien dargestellt.
Mensch Joachim, vorab schon mal herzlichen Dank für die folgende ausführliche
Beschreibung, die ich in dieser für mich sehr hilfreichen Genauigkeit bisher
noch nirgends gelesen habe!!! Auch nicht bei Pinter! :-))
So, nun hoffe ich mal das Gröbste gesagt (geschrieben) zu haben. Weitere Einzelheiten
dürfen gerne noch gefragt werden. Habe bestimmt das eine oder andere Detail
vergessen.
Gruß Joachim
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